Fachbegriffe einfach erklärt

In unserem Glossar erklären wir zentrale Begriffe aus der Wasserwirtschaft – kompakt, verständlich und praxisnah. Ideal für Auftraggeber:innen, Planer:innen und alle, die sich für nachhaltige Infrastruktur interessieren.

Kennzahl für den Anteil des Niederschlags, der nicht versickert oder verdunstet, sondern als Oberflächenabfluss abfließt. Es wird zwischen Spitzen- und mittlerem Abflussbeiwert unterschieden – je nach Betrachtungszeitraum oder Bemessungsszenario.

Maß für die hygienische und chemische Unbedenklichkeit von Oberflächengewässern, die zum Baden genutzt werden. Grundlage in der EU ist die Richtlinie 2006/7/EG über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung.

Oberster Bodenbereich in technischen oder naturnahen Anlagen, in dem Mikroorganismen Schadstoffe abbauen und Wasser durch biologische Prozesse gereinigt wird.

Statistisch definiertes Regenereignis zur Dimensionierung von Entwässerungsanlagen. Grundlage sind z. B. KOSTRA-Daten des DWD.

Technische Reinigungsanlage, bei der Wasser durch bewachsene Bodenschichten geleitet wird. Die Beschickung kann vertikal oder horizontal erfolgen. Eingesetzt z. B. in Kleinkläranlagen, zur Regenwasserbehandlung oder Gewässerbewirtschaftung.

Austausch schadstoffbelasteter oder ungeeigneter Böden gegen geeignetes Material, z. B. zur Verbsserung der Versickerungsfähigkeit.

Wasser, welches für technische, gewerbliche oder häusliche Zwecke genutzt wird, jedoch keine Trinkwasserqualität aufweisen muss. Besipielsweise für Toilettenspülung und Bewässerung

Begrünte Aufbauschicht auf Dächern, durch die Regenwasser gespeichert, das Mikroklima verbessert und die Ableitung von Niederschlagswasser reduziert werden kann. Kann Teil eines Retentionsdachs sein.

Bezeichnung für die zeitliche Länge eines Regenereignisses, auf die sich statistische Auswertungen wie die KOSTRA-DWD-Regenspende beziehen. Sie gibt an, über welchen Zeitraum der Regen gemittelt betrachtet wird – typischerweise von 5 Minuten bis 72 Stunden. Dauerstufen sind entscheidend für die Bemessung von Entwässerungseinrichtungen und Rückhaltevolumen, da kurz andauernde, intensive Niederschläge andere Anforderungen stellen als langanhaltende Ereignisse mit geringerer Intensität.

Technische Anlage zur gezielten Ableitung von überschüssigem Wasser aus Böden oder Bauwerken. Wird auch zur Zuleitung von Wasser in Versickerungssysteme (z. B. Rigolen) genutzt.

Gezielte Begrenzung des Wasserabflusses aus Rückhalteeinrichtungen. In der Regenwasserbewirtschaftung z. B. über Drosselorgane mit definierten Abflüssen. In Berlin nur bei Einzelfallprüfung mit max. 10 l/s*ha zulässig.

Behördliche Erlaubnis zur Einleitung von Abwasser oder Regenwasser in ein Gewässer oder die öffentliche Kanalisation. Bei Regenwasser wird zwischen Indirekt- und Direkteinleitung bzw. mittelbarer und unmittelbarer Einleitung unterschieden: Bei der Direkteinleitung gelangt das Wasser – nach gegebenenfalls erforderlicher Vorbehandlung – unmittelbar in ein Oberflächengewässer. Bei der Indirekteinleitung wird das Wasser zunächst in die öffentliche Kanalisation geleitet und von dort weiter transportiert.

Entfernung von abgelagertem Schlamm aus Wasserbecken oder Gewässern, um die Funktionsfähigkeit und Wasserqualität zu erhalten. Dabei werden auch Nährstoffe wie Phosphor entfernt, die zur Eutrophierung führen können.

Rückbau versiegelter Flächen, um die natürliche Versickerung, Verdunstung und den Wasserhaushalt wiederherzustellen. Maßnahme zur Anpassung an Starkregenereignisse und Verbesserung der Grundwasserneubildung.

Übermäßige Anreicherung von Nährstoffen, insbesondere Phosphor und Stickstoff, in Gewässern. Führt zu Algenblüten, Sauerstoffmangel und Beeinträchtigung der Gewässerökologie. Mithilfe von Reinigungsanlagen wie bepflanzten Bodenfiltern kann dem entgegengewirkt werden.

Verdunstung von Wasser, z. B. aus Boden, Vegetation oder offenen Wasserflächen. Wichtiger Prozess im natürlichen Wasserhaushalt. Durch die Verdunstung wird der Umgebung Wärme entzogen, weshalb verdunstungsfördernde Maßnahmen ein wichtiger Baustein in der Klimaanpassung von urbanen Räumen ist.

Befestigung oder Überbauung von Flächen, wodurch Versickerung, Verdunstung und andere Bodenfunktionen eingeschränkt werden.

Schwach verschmutztes Abwasser aus Duschen, Badewannen oder Waschbecken. Kann nach technischer Aufbereitung als Brauchwasser wiederverwendet werden.

Prozess, bei dem Wasser in tiefere Bodenschichten eindringt und zur Grundwasserbildung beiträgt. Technische Maßnahmen wie Mulden oder Rigolen fördern diesen Prozess.

Eindringen von Wasser in den Boden über die unversiegelte Oberfläche. In der Regenwasserbewirtschaftung ist die Infiltration das zentrale Prinzip für die Funktionsweise von Versickerungsanlagen wie Mulden, Rigolen oder Sickerschächten. Die Infiltrationsfähigkeit hängt von der Bodenart ab und wird über den kf-Wert quantifiziert – Sandige eignen sich für die Versickerung besonders gut. Entscheidend ist, dass der Boden die anfallenden Regenmengen innerhalb vorgegebener Zeiten aufnehmen kann, um eine wirksame Entwässerung zu gewährleisten.

Kennwert für die Wasserdurchlässigkeit von Böden (Durchlässigkeitsbeiwert). Relevante Größe zur Bemessung von Versickerungsanlagen und ein Maß für die Eignung eines Standorts zur Infiltration.

Sammlung und Ableitung von Niederschlagswasser von befestigten Flächen wie Straßen, Wegen oder Plätzen mit Kastenrinnen.

Bereitstellung von Wasser für den Brandschutz, z. B. aus Hydranten, (künstlichen) Gewässern, Rückhaltebecken oder Zisternen.

Entwässerungssystem, bei dem Schmutz- und Regenwasser gemeinsam über einen Kanal zur Kläranlage geleitet werden. Bei Starkregenereignissen kann das System jedoch überlastet werden – in solchen Fällen erfolgt eine Abschlag in ein Oberflächengewässer über sogenannte Mischwasserentlastungen. Dadurch gelangen unbehandeltes Abwasser und Regenwasser direkt in Flüsse oder Seen, was negative Auswirkungen auf die Gewässerqualität haben kann. Daher sind Rückhaltevolumen und Behandlungsanlagen wichtige Bestandteile zur Reduzierung solcher Einleitungen.

Oberflächennahe, bepflanzte Versickerungsanlage. Druck einen Einstau von bis zu 30 cm auch Retentionsraum. Die Reinigung des Niederschlagswassers erfolgt über die belebte Bodenzone, in der Schadstoffe biologisch, chemisch und physikalisch zurückgehalten oder abgebaut werden. Mulden sind ein zentraler Baustein der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung, die Versickerung, Retention und Behandlung miteinander kombiniert.

Fläche, die als Freiraum nutzbar ist und zusätzlich zur Regenwasserbewirtschaftung genutzt wird, etwa zur temporären Rückhaltung oder Versickerung von Niederschlagswasser.

Offenes Wasserbecken, das Niederschlagswasser reinigt, zwischenspeichert und versickern lässt. Dabei kann es in die Landschaftsplanung integriert werden und als Naherholungsort und Habitat dienen.

Gebühr für die Ableitung von Niederschlagswasser, die entfällt, wenn das Wasser vor Ort verdunstet, versickert oder genutzt wird.

Zusätzlicher Ablaufweg für Regenwasser, der bei Überlastung der regulären Kanalisation oder Rückhalteanlagen das Wasser gezielt ableitet, um Überflutungen zu verhindern.

Konzept, bei dem Niederschlagswasser vollständig vor Ort zurückgehalten, versickert oder genutzt wird, sodass kein Abfluss ins Kanalnetz erfolgt.

Anlage zur Reinigung von Regen- oder Schmutzwasser durch biologische Prozesse in einem bepflanzten Bodenfilter. Pflanzen und Mikroorganismen bauen Schadstoffe ab und verbessern so die Wasserqualität.

Maßnahmen und Systeme zur kontrollierten Nutzung, Speicherung, Versickerung und Ableitung von Niederschlagswasser, um Überschwemmungen zu vermeiden, die Kanalisation zu entlasten, die Grundwasserneubildung zu fördern und den Eintrag von Schadstoffen und Nährstoffen in Gewässer zu reduzieren.

Zwischenspeicherung von Regenwasser zur verzögerten Ableitung oder Nutzung. Ziel ist es, Abflussspitzen bei Starkregen zu verringern und Wasser möglichst ortsnah zurückzuhalten. Beispiele sind Retentionsdächer, Zisternen, Rigolen oder multifunktionale Flächen.

Dachaufbau zur Zwischenspeicherung und gedrosselter, zeitverzögerten Ableitung von NIederschlagswasser. Kann mit einer Dachbegrünung kombiniert werden und trägt so zur Entlastung von Entwässerungssystemen und zur Verbesserung des Stadtklimas bei.

Gezielte Umwälzung des Wassers in künstlichen Gewässern durch Fördertechnik und Reinigungssysteme, um Nährstoffe zu entziehen, die Wasserqualität zu verbessern und den gesamten Wasserkörper zu durchmischen.

Unterirdische, wasserdurchlässige Speicher, in die Niederschlagswasser gesammelt, gespeichert und versickert wird. Bei Kiesrigolen besteht das Speichermedium aus Kies oder Schotter, während Füllkörperrigolen aus meist Kunststoffmodulen bestehen, die ein hohes Speichervolumen bieten.

Bezeichnet die Menge an Schadstoffen, Schwebstoffen und Nährstoffen, die mit dem Niederschlagswasser von versiegelten Flächen in die Kanalisation oder Gewässer eingetragen wird. Quantifiziert wird diese u.a. durch den Summenparameter AFS63.

Maßnahmen und Systeme zur kontrollierten Nutzung, Speicherung, Versickerung und Ableitung von Niederschlagswasser, um Überschwemmungen zu vermeiden, die Kanalisation zu entlasten, die Grundwasserneubildung zu fördern und den Eintrag von Schadstoffen und Nährstoffen in Gewässer zu reduzieren.

Ein Sickerschacht ist ein senkrechter Baukörper zur Versickerung von Niederschlagswasser. Bei Typ A sind sowohl die Wände als auch der Boden wasserdurchlässig, sodass das Wasser direkt in den umliegenden Boden abgegeben wird. Typ B dagegen hat einen wasserdichten Schachtkörper mit einem wasserdurchlässigen Boden, durch den das Wasser ausschließlich versickert.

Niederschlagsereignis mit hoher Intensität, bei dem große Regenmengen in kurzer Zeit fallen und es zu Überflutungen sowie Belastungen von Kanalisation und Regenwasseranlagen kommen kann. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert solche Ereignisse häufig anhand von Wiederkehrzeiten, beispielsweise 30-jährliche oder 100-jährliche Regenereignisse.

Unterirdische Kanäle, die Regenwasser zwischenspeichern und verzögert ableiten, um Überlastungen im Kanalsystem bei Starkregen zu verhindern.

Vertiefte Pflanzfläche, die Regenwasser zwischenspeichert und langsam versickern lässt. Die Funktionsweise ähnelt der einer Mulde, ist jedoch platzsparender und eignet sich beispielsweise als straßenbegleitende Anlage.

Verdunstung von Wasser über die Blätter von Pflanzen, wodurch Niederschlagswasser in die Atmosphäre zurückgeführt wird und so den natürlichen Wasserhaushalt beeinflusst.

Kanalisation, bei der Schmutzwasser und Niederschlagswasser getrennt erfasst und abgeleitet werden, um die Belastung von Kläranlagen zu reduzieren und Überflutungen zu vermeiden.

Gesetzlich festgelegte Zone in Trinkwassergewinnungsgebieten, in denen erhöhte Anforderungen an die Versickerung von Regenwasser gestellt werden, um das Trinkwasser vor Verunreinigungen zu schützen.

Verpflichtender Nachweis, der sicherstellt, dass bei Starkregenereignissen keine unzulässigen Überflutungen von Grundstücken oder öffentlichen Flächen auftreten. Die Anforderungen und Methoden dafür sind in der DIN 1986 festgelegt.

Maßnahmen zur Verhinderung oder Minderung von Schäden durch Überflutungen, wie Rückhalteräume, Notwasserwege und schadlos überflutbare Flächen.

Technische Einrichtung, die Regenwasser kontrolliert in den Untergrund ableitet, um die Grundwasserneubildung zu fördern und Oberflächenabfluss zu reduzieren. Bnesipiele sind Mulden, Rigolen und Sickerschächte.

Gesamtheit des Wasserkreislaufs in einem Gebiet, einschließlich Niederschlag, Verdunstung, Versickerung und Abfluss.

Zeitlicher Mittelwert, nach dem ein bestimmtes Niederschlagsereignis mit definierter Intensität statistisch einmal auftritt. Häufig werden Ereignisse mit Wiederkehrzeiten von 30 oder 100 Jahren betrachtet, basierend auf Daten des KOSTRA-Systems des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Unterirdischer Behälter zur Speicherung und Nutzung von Regenwasser. Dieser kann auch als Retentionsraum in Form eines Regenrückhaltebeckens genutzt werden.